Kann das Praktizieren von buddhistischen Metta Meditationen Schuld- und Schamgefühle nach traumatischen Lebensereignissen reduzieren?




Hintergrund

Mehr als jeder zweite Mensch erlebt in seinem Leben ein traumatisches Ereignis wie z. B. einen schweren Autounfall, körperliche oder sexuelle Gewalt. Daraufhin können sich unterschiedliche psychische Störungen wie eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Depressionen oder Angststörungen entwickeln.

Viele Betroffene leiden in der Folge unter belastenden Schuld- und Schamgefühlen. Sie machen sich Vorwürfe für das, was sie während des traumatischen Ereignisses getan haben oder befürchten, von anderen für das, was sie erlebt haben, abgelehnt zu werden.

Metta Meditationen (deutsch: Liebende Güte Meditationen) stammen aus dem Buddhismus und zielen darauf ab, sich selbst und anderen Menschen bedingungsloses Wohlwollen und Freundlichkeit entgegen zu bringen. Durch das Üben von Metta Meditationen kann Selbstkritik verringert und das Gefühl der Verbundenheit mit anderen Menschen gefördert werden. Es gibt erste vielversprechende Hinweise auf die Wirksamkeit von Metta Meditationen und vergleichbaren Verfahren zur Behandlung verschiedener psychischer Erkrankungen wie der PTBS oder Depressionen.

Behandlungsablauf

Die Behandlung findet im Rahmen von sechs wöchentlichen Einzelsitzungen (je 100 Minuten) mit einem*r Psychotherapeuten*in statt. Gemeinsam werden Sie dabei zunächst über den Inhalt Ihrer Schuld- und Schamgefühle reflektieren. Danach werden Sie verschiedene Metta Meditationsübungen kennenlernen. Zwischen den Sitzungen sind tägliche Übungen für zu Hause vorgesehen.

Das Behandlungsprogramm wird im Rahmen einer Therapiestudie durch diagnostische Untersuchungen und Fragebögen wissenschaftlich begleitet. Hierbei werden Sie zu Beginn Ihrer Teilnahme zufällig einer von zwei Bedingungen zugeordnet. Bei der einen kann die Behandlung sofort beginnen, während die andere Bedingung mit einer Wartezeit von 6 Wochen verbunden ist. Teilnehmer*innen beider Bedingungen erhalten aber eine identische Behandlung. Der Unterschied besteht lediglich im Zeitpunkt des Behandlungsbeginns sowie in der Anzahl der diagnostischen Untersuchungen.

Die diagnostischen Untersuchungen sowie die wöchentlichen Therapiesitzungen finden im Zentrum für Psychotherapie der Goethe-Universität statt. Die Therapie wird über Ihre Krankenkasse finanziert.

Wer kann teilnehmen?

Das Behandlungsprogramm richtet sich an Menschen, die ein traumatisches Ereignis erlebt haben und in dessen Folge unter Schuld- und Schamgefühlen leiden. Darüber hinaus sollten Sie zwischen 18 und 65 Jahren alt sein und sich parallel zum Behandlungsprogramm nicht in psychotherapeutischer Behandlung befinden. Ferner sollten Sie die Bereitschaft zur Teilnahme an wöchentlichen Einzelsitzungen und zum täglichen Üben der Meditationen (ca. 30 Min.) zuhause mitbringen.

Kontaktaufnahme

Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns per Email oder Telefon auf!

Email: schuld-scham-studie@uni-frankfurt.de
Telefon: 069-798 23994

Falls Sie uns telefonisch nicht direkt erreichen, hinterlassen Sie bitte auf dem Anrufbeantworter Ihren Namen, Ihre Telefonnummer sowie Ihr Anliegen. Wir rufen Sie baldmöglichst zurück.
Nach einer Kontaktaufnahme werden wir Sie zunächst für eine ausführliche Eingangsdiagnostik (zwei Termine je 90-120 Minuten) einladen und Sie bitten, Fragebögen auszufüllen.
Sollte unser Therapieangebot nicht zu Ihren Problemen passen oder sollten Sie sich gegen eine Teilnahme entscheiden, beraten wir Sie gerne bezüglich alternativer Behandlungsmöglichkeiten.
    

Ansprechpartnerinnen:  
 

Studienkoordinatorin:

Stella Kümmerle MSc. Psych.

 
 

Projektmitarbeiterin:

Luisa Bahnemann
BSc. Psych.

 

Projektmitarbeiterin:

Alena Elbeshausen
BSc. Psych.

   

Verantwortliche Studienleitung

Dr. Meike Müller-Engelmann

Förderer der Therapiestudie