TELLUS miteinander lehren - voneinander lernen

TELLUS|miteinander lehren – voneinander lernen ist ein Service Learning-Projekt, das sich einerseits an Studierende und andererseits an Schüler*innen richtet: Studierende verschiedener Fachrichtungen unterstützen dabei Schulklassen für Seiteneinsteiger*innen (Geflüchtete, Spätaussiedler*innen und Zugewanderte). Bei der Zielgruppe der Seiteneinsteiger*innen handelt es sich um Jugendliche im Alter von mind. 16 Jahren, die nicht mehr vom Regelschulsystem erfasst werden. Ihnen bleibt nur ein kurzes Zeitfenster, um Deutsch zu lernen und berufliche Perspektiven zu entwickeln. Daher hat diese Zielgruppe einen besonderen Bedarf, der die entsprechenden Lehr- und Fachkräfte an Schulen vor Herausforderungen stellt.

TELLUS dockt an das Sprachförderprogramm InteA sowie weitere Schulformen (z. B. PuSch) an, die für diese Zielgruppe an Beruflichen Schulen angeboten werden. Durch eine intensive Sprachförderung, allgemeinbildenden Unterricht sowie Angebote zur beruflichen Orientierung soll die Schülerschaft in die Lage versetzt werden, auf dem deutschen Arbeits- und Ausbildungsmarkt Fuß zu fassen. Diese Aufgabe ist angesichts der heterogenen Zusammensetzung der Gruppen und sehr unterschiedlicher Bildungsvoraussetzungen nicht leicht.

Daher hat die Crespo Foundation gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt und der Frankfurt University of Applied Sciences das Service Learning-Projekt TELLUS ins Leben gerufen, um Lehrkräfte und Fachkräfte der sozialpädagogischen Förderung in diesen Klassen zu unterstützen.

Studierende der Fachbereiche Lehramt, Wirtschaftspädagogik, Soziale Arbeit, Erziehungswissenschaften und Psychologie unterstützen die Schüler*innen in multiprofessionellen Teams und arbeiten eng mit den Lehr- und Fachkräften zusammen. Für ein Jahr engagieren sie sich rund elf Stunden pro Woche. Sie helfen im Unterricht, unterstützen und begleiten die Jugendlichen aber auch abseits der Schule, etwa beim Schreiben von Bewerbungen oder bei gemeinsamen Aktivitäten. Damit helfen sie den Jugendlichen, sich mit dem deutschen Schul- und Berufsbildungssystem auseinander zu setzen, eigene Perspektiven zu entwickeln und erste Kontakte herzustellen.

Die Studierenden werden in Schulungen auf den Umgang mit Menschen mit Fluchterfahrung und die damit verbundenen Anforderungen vorbereitet. Eine professionelle Supervision begleitet sie bei ihrer Arbeit. Zudem werden ihre Erfahrungen in Begleitseminaren an den jeweiligen Hochschulen besprochen. Auf diese Weise können sie die jeweils verlangten Pflichtpraktika absolvieren. Sie sammeln zudem didaktische und sozialpädagogische Erfahrungen für ihr späteres Berufsleben. So wird das Projekt zu einem Gewinn für alle Beteiligten: die Schüler*innen, die Studierenden und die Lehr- und Fachkräfte.

Weiterführende Links
http://www.crespo-foundation.de/tellus
https://kultusministerium.hessen.de/schule/individuelle-foerderung/sprachfoerderung/intensivklassen-beruflichen-schulen-intea
https://kultusministerium.hessen.de/foerderangebote/pusch-efre/praxis-und-schule-pusch

TELLUS vergibt jährlich Praktikumsplätze an Studierende. Die Bewerbungsprozesse finden im Frühjahr statt, Praktikumsbeginn ist im Spätsommer und richtet sich nach den Sommerferien in Hessen. Informationen zur Bewerbung um eine Praktikumsstelle in TELLUS finden Sie hier.