Isabel Thinnes M.Sc.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin Klinische Psychologie
Projekt Meditation bei chronischer Depression
Varrentrappstraße 40-42
Raum 402, 4. OG
Email: thinnes@psych.uni-frankfurt.de
Tel.: 069/798 - 25356
60486 Frankfurt am Main

Meditation bei chronischer Depression – eine Therapiestudie

Chronische Depression – was ist das?

Depressive Störungen gehören zu den Hauptursachen gesundheitlicher Beeinträchtigungen und sind eine der häufigsten psychischen Störungen. Unter einer chronischen Form der Depression versteht man, dass sich Betroffene über mindestens zwei Jahre hinweg durchgängig niedergeschlagen oder antriebslos fühlen. Hinzu kommen Erschöpfung, Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie Gefühle der Hoffnungs- oder Wertlosigkeit. Betroffene sind emotional stark belastet, was häufig zu deutlichen Einschränkungen in den Bereichen Sozialleben, Partnerschaft und Beruf führt. Auch bei medikamentöser Therapie können die Symptome in einigen Fällen nicht ausreichend gelindert werden.

Worum geht es in der Therapiestudie?

Wer dauerhaft unter Depression leidet, empfindet sehr oft ein intensives Gefühl der Ablehnung sich Selbst und anderen Menschen gegenüber, und fühlt sich zugleich abgelehnt von Anderen. Es entsteht der Eindruck, isoliert und von seiner Umwelt getrennt zu sein. Eine positive Haltung aber kann man lernen.

Um Menschen mit dieser andauernden Form der Depression besser helfen zu können, hat die Arbeitsgruppe von Prof. Stangier (Lehrstuhlinhaber der Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie) in Kooperation mit Prof. Dr. Stefan Hofmann (Center for Anxiety Disorders, Boston University) ein spezielles Behandlungsprogramm entwickelt, das buddhistische Meditationstechniken mit moderner Verhaltenstherapie kombiniert. Die aus dem Buddhismus stammende Metta-Meditation fördert die Verbindung zu sich selbst und zu anderen. Metta ist ein Begriff, der Freundlichkeit, aktives Interesse an Anderen, Liebe, Freundschaft, oder Sympathie umschreibt. Eine solche Form der wohlwollenden Haltung kann über Meditationstechniken eingeübt werden. Wir gehen davon aus, dass sich Wohlwollen durch die Kombination von Metta-Meditation und Verhaltensaktivierung entwickeln lässt und die Betroffenen das Erlernte im Alltag umsetzen und so eigenständig die Depression überwinden können. Dieser Ansatz erzielte in Pilotstudien bereits vielversprechende Ergebnisse und soll im Rahmen der aktuellen Studie nun weiter untersucht werden.

Ziel der Studie ist es, die Wirksamkeit des meditationsbasierten Behandlungsprogramms bei chronischer Depression zu überprüfen. Damit soll langfristig die Behandlung von chronisch depressiven Patienten verbessert werden. Um zu wissenschaftlich korrekten Ergebnissen der Wirksamkeit zu kommen, ist eine zufällige Zuweisung zu zwei Behandlungsgruppen notwendig:

  1. Therapiegruppe, d. h. unmittelbarer Start mit dem Meditationsprogramm
  2. Wartelistegruppe, d. h. verzögerter Behandlungsstart (4 Monate)

Patienten, die der Warteliste zugewiesen werden, erhalten nach Ende der 4-monatigen Wartezeit die identische Behandlung zur Therapiegruppe.

Wie ist der Behandlungsablauf?

Die Behandlung umfasst ein 8-wöchiges Gruppenmeditationsprogramm (10-12 Teilnehmer) mit einer anschließenden 8-wöchigen Einzeltherapiephase. Im Vordergrund steht die Vermittlung der Metta-Meditation, mit der eine wohlwollende, positive Haltung zu sich und anderen erlernt werden kann. In der Einzeltherapie werden die in der Gruppe erlernten Fähigkeiten auf den Alltag übertragen und an der Verbesserung zwischenmenschlicher Beziehungen gearbeitet.

Im Vorfeld wird in Vorgesprächen die Möglichkeit der Teilnahme abgeklärt. Zudem findet ein halbes Jahr nach Ende der Therapie eine Nachuntersuchung statt.

Wann ist eine Teilnahme möglich?

Sie sollten zwischen 18 und 70 Jahren alt sein und sich parallel zum Therapieprogramm nicht in psychotherapeutischer Behandlung befinden. Die chronische Depression sollte im Vordergrund Ihrer Problematik stehen und Sie sollten die Bereitschaft zum täglichen Üben der Meditation (ca. 30 Min.) mitbringen. Da die wöchentlichen Therapiesitzungen im Zentrum für Psychotherapie der Goethe-Universität stattfinden, richtet sich das Therapieangebot an Personen aus dem Rhein-Main-Gebiet. Die Finanzierung des Therapieprogramms wird über die Krankenkasse beantragt.

Gerne können Sie in einem telefonischen oder direkten Gespräch mit uns klären, ob eine Teilnahme an der Studie für Sie in Frage kommt.

Kontakt

Ansprechpartnerin: Frau Isabel Thinnes, M. Sc. Psych.

Telefon: 069-798-25356

Email: meditationsstudie@uni-frankfurt.de

Außerhalb der Sprechzeiten bitte auf dem Anrufbeantworter Name und Telefonnummer hinterlassen. Wir rufen baldmöglichst zurück.

Verantwortlicher Leiter

Prof. Dr. Ulrich Stangier