Kognitive Therapie bei Körperdysmorpher Störung

Eine Therapiestudie

Körperdysmorphe Störung - was ist das?

Die Körperdysmorphe Störung kennzeichnet die intensive Beschäftigung mit einem oder mehreren wahrgenommenen Makel im Aussehen. Die häufigsten Beschwerden beziehen sich auf einen Makel im Gesicht (z.B. Nase, Falten, Poren, Narben). Es können auch alle anderen Körperregionen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Eine spezielle Form ist die Muskeldysmorphophobie, bei der insbesondere Männer davon überzeugt sind, nicht muskulär genug oder zu schmächtig zu sein.

Betroffene sind bis zu mehrere Stunden gedanklich mit dem Makel beschäftigt, führen ritualisierte Verhaltensweisen durch (z.B. Kontrollrituale vor dem Spiegel, Vergleich des eigenen Aussehens mit anderen, Verbergen des Makels mittels Make-up oder anderen Hilfsmitteln) oder vermeiden Situationen, in denen der Makel gesehen werden könnte.

Die Störung kann mit intensivem Leidensdruck und extremen Beeinträchtigungen in verschiedenen Lebensbereichen (Schule, Studium, Beruf, Freizeit, Alltag) einhergehen. Depressionen, Hoffnungslosigkeit, soziale Ängste, Isolation, Scham oder Ekel sind häufige Begleiterscheinungen.

Worum geht es in der Therapiestudie?

Ziel der Studie: Ziel der Studie ist es, die Wirksamkeit von kognitiver Therapie bei körper-dysmorpher Störung zu überprüfen. Damit soll langfristig die Behandlung der körperdysmorphen Störung verbessert werden. Um zu wissenschaftlich korrekten Ergebnissen der Wirksamkeit zu kommen, ist eine zufällige Zuweisung zu zwei Behandlungsgruppen notwendig:

1. Kognitive Therapie

2. Warteliste (3 Monate)

Patienten, die der Warteliste zugewiesen werden, erhalten nach Ende des Wartelistenzeitraums ebenfalls kognitive Therapie.

Inhalte der kognitiven Therapie: In der kognitiven Therapie werden individuelle aufrechterhaltende Prozesse (z.B. Selbst- und Makelaufmerksamkeit, detailorientierte Wahrnehmung, Vorstellungsbilder, Erinnerungen, negative Gefühle, Gedanken und Grundüberzeugungen, Rituale) ermittelt und Fähigkeiten eingeübt, um diesen Prozessen entgegenzuwirken. Behandlungsbausteine sind u.a.: Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungstraining, Übungen zur Distanzierung von negativen Gefühlen und Gedanken bzgl. des Aussehens, nachträgliche Bearbeitung von belastenden Vorstellungsbildern und Erinnerungen oder Verhaltensexperimente zur Überprüfung von Gefühlen, Gedanken und Überzeugungen. Die Techniken können im Alltag angewandt werden und sollen Ihnen helfen, die körperdysmorphe Störung zu überwinden. Ein Teil der Behandlung basiert auf Prinzipien deren Wirksamkeit bereits nachgewiesen wurde.

Dauer der Studie: Die Behandlung dauert 7 Monate und umfasst 25 Sitzungen, in wöchentlichen Abständen. Während der Behandlung werden zwei Zwischenuntersuchungen durchgeführt. 3 und 6 Monate nach Therapieende werden zwei Nachuntersuchungen durchgeführt. 

Wie ist der Ablauf?

Es handelt wich um eine Einzeltherapie, die von speziell geschulten und erfahrenen Psychotherapeuten durchgeführt wird. Nach den sogenannten probatorischen Sitzungen finden 25 Therapiesitzungen statt. 

Wenn Sie an einer Teilnahme interessiert sind, werden Sie zu zwei diagnostischen Gesprächen eingeladen, bei denen überprüft wird, ob Sie für eine Teilnahme an dieser Studie in Frage kommen. Im Verlauf der Studie werden Sie zudem gebeten, an weiteren diagnostischen Untersuchungen teilzunehmen (während der Therapie, Therapieende, 3 und 6 Monate nach Beendigung der Therapie). Hierbei erfragen wir im Gespräch und mit Hilfe von Fragebögen Ihr Befinden sowie den Fortschritt und Erfolg der Therapie. 

Wann ist eine Teilnahme möglich?

  • Alter zwischen 18 und 70 Jahren
  • Vorliegen einer Körperdysmorphen Störung
  • keine Substanzabhängigkeit (Alkohol, Drogen, Medikamente)

Kontakt

Ansprechpartnerin: Frau Anja Lehmann (geb. Mertin), M.Sc Psych.

Tel.: 069-798-23988

Email: lehmann@psych.uni-frankfurt.de

Außerhalb der Sprechzeiten können Sie Ihren Namen und Ihre Telefonnummer auf einen Anrufbeantworter sprechen. Wir rufen baldmöglichst zurück.

Verantwortliche Leiter

Dr. Viktoria Ritter
Prof. Dr. Ulrich Stangier