Service Learning

Service Learning oder auch „Lernen durch Verantwortung“ ist eine Lehr-/Lernform, die fachspezifische Inhalte (Learning) mit ehrenamtlichem, gesellschaftlichem Engagement (Service) im Sinne der Haltung „Lerne und tue Gutes“ verbindet. Studierende arbeiten in Projekten mit Kooperationspartnern (meist gemeinnützigen Organisationen) zusammen, die sich diese Unterstützung ansonsten nicht leisten könnten. Das Ziel ist es, einen realen Unterstützungsbedarf in der Gesellschaft zu identifizieren und durch Handlungen von Studierenden zu unterstützen, die so ihr fachbezogenes Wissen durch konkrete Anwendung in erfahrungsbasiertes Wissen und Können transformieren. Vom Engagement der Studierenden profitieren so beide Seiten, Studierende und Kooperationspartner.

Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass die Studierenden durch die Reflexion über die gewonnenen Erfahrungen im Rahmen des sozialen Engagements in Verbindung mit der intensiven Auseinandersetzung mit Fachinhalten, fachliche und überfachliche, persönlichkeitsbildende Kompetenzen ausbilden, wie beispielsweise Kommunikationskompetenzen, Selbstwirksamkeit, Teamfähigkeit und andere mehr. Somit bieten Service Learning-Lehrveranstaltungen ein hohes Potential, um die akademische Persönlichkeitsbildung der Studierenden zu unterstützen, überfachliche Kompetenzen weiterzuentwickeln und zugleich einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.

Das erfahrungsbasierte Lehr-/Lernkonzept Service Learning entstand in der 1960er Jahren in den USA und findet seit Anfang der 2000er Jahre Verbreitung an Schulen und Hochschulen im deutschen Sprachraum. Auch an der Goethe-Universität Frankfurt gibt es bereits seit vielen Jahren in den verschiedenen Fachbereichen Angebote, die dem Service Learning-Gedanken folgen.

Beispiele für Service Learning an der Goethe-Universität

Ein Projekt, das Service-Learning beispielhaft beschreibt, ist das Projekt TELLUS|miteinander lehren – voneinander lernen. Dieses wird von der Crespo Foundation gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt, der Frankfurt University of Applied Sciences und weiteren Kooperationspartnern durchgeführt. Studierende verschiedener Fachrichtungen unterstützen als PraktikantInnen in Schulklassen für SeiteneinsteigerInnen (Geflüchtete, SpätaussiedlerInnen und Zugewanderte) Lehrkräfte an Schulen in Stadt und Region bei der Unterrichtsgestaltung und -durchführung für die Zielgruppe der SeiteneinsteigerInnen. Von diesem Engagement profitieren sowohl die schulischen Lehrkräfte und SeiteneinsteigerInnen – Jugendliche ab 16 Jahren, die nicht mehr vom Regelschulsystem erfasst werden – als auch die Studierenden, durch Handlung und Reflexion über die Interaktion mit den Kooperationspartnern. Das fachliche Lernen der Studierenden (Vorbereitung und Begleitung des Schulpraktikums, sowie angeleitete Reflexion) wird durch universitäre/hochschulische Lehrveranstaltungen gewährleistet.

Weitere Lehrveranstaltungen und Projekte, die an der Goethe-Universität angeboten werden und dem Gedanken des Service Learning entsprechen, finden sich unter Service Learning an der Goethe-Universität.